1 Jahr bin ich jetzt hier. Alles umgeräumt, alle erzogen. Läuft bei mir.
Ich weiss bis heute nicht, wie die vorher ohne mich überlebt haben. Man kann sagen, ich kam, sah und stellte alles auf den Kopf. Ja, ich habe ihr Leben ordentlich umgeräumt. Und das Haus. Tja, ich bin sicher, sie würden es keinen Tag anders wollen. Ich jedenfalls fühl‘ mich hier pudelwohl.
Meine Menschen machen sich eigentlich ganz gut als Personal. Sie glauben immer noch, sie wären die Chefs. Süss.
Ich habe ihnen schon einiges beigebracht. Zum Beispiel, dass …
- 5 Uhr morgens die beste Zeit zum Aufstehen ist
- vor Mitternacht schlafen gehen etwas für Menschen ohne Netflix, Hund und Existenzkrisen ist (Ich bitte euch. Die besten Spielstunden starten erst um 23:59 Uhr)
- Essen IMMER geteilt wird
- Spielzeug am besten in Einzelteilen gelagert wird
- man sich freut, wenn ich mit Schlamm-Pfoten reinkomme
- ich IMMER Recht habe
- Balkon- und Terrassentüren nur dafür da sind, geöffnet zu werden
- Privatsphäre überbewertet wird
- Plüschtiere hübscher sind ohne Stopfmaterial
- wenn’s nicht quietscht, ist’s kein Spielzeug. Punkt.
- ein unzerstörbarer, aufblasbarer Hunde-Pool die Terrasse fluten kann
- aus dem Napf fressen etwas für Anfänger ist – ein echter Gourmet frisst direkt vom Boden
- das Bett für alle da ist
- Leinen nur für Hunde sind, die keinen eigenen Kopf haben
- eine unzerreissbare Leine sehr wohl zerreissbar ist
- sie glauben, ich befolge Kommandos wie „Sitz“ und „Platz“, dabei höre ich nur „Blablabla-Leckerli“
- sich ein Gartenschlauch hervorragend für die Zahnreinigung eignet – allerdings nur zum einmaligen Gebrauch (Kauartikel sind nun eben mal nicht nachhaltig)
Ich habe meinen Menschen beigebracht, was wirklich wichtig ist: Fressen, Schlafen, Herumtollen. Repeat.
Und meinen schockverliebten Gudeli-Sklaven im Büro habe ich beigebracht, dass es in ihrem Job vor allem um eins geht: mich.
Sie haben endlich kapiert, wozu sie da sind: Fressbeutelchen aufreissen, Gudeli raus, Pfote her. Den Rest übernehme ich.


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