Ilvy

die kleine Wölfin


Hurra, ich werde abgeholt

und ziehe in mein neues Zuhause ein

Das Auto mit Berner Nummernschild fährt vors Tor. Ich hab’s gewusst, sie kommen wieder! Nach der erfolgreichen Platzkontrolle darf ich heute tatsächlich mit in mein neues Daheim. Ich bin ja sowas von aufgeregt! Natürlich auch traurig, ich hab’s hier toll gehabt, bei lieben Menschen, denen ich soo dankbar bin, in einem coolen Hunderudel, an einem schönen Ort, wo wir herumtoben und im Wasser plantschen durften. Ich bekomme sogar ein super Abschiedsgeschenk von meinen Hundekumpels. Linda und ihren Mann werde ich auch vermissen. Und schon geht’s los, in diese unheimliche und ungewohnte Transportbox hinein. Zugegeben, ich werde hineingehievt, weil ich mich einfach mal wieder versuche zu drücken bzw. mich auf den Boden drücke. Aber wer würde schon voller Freude in so eine Box hüpfen?! Die lange Fahrt wird halbstündlich durch einen kurzen Spaziergang unterbrochen, und zweimal muss die Box gereinigt werden, weil sich mein Mageninhalt hinein entleert. Nun riecht sie wenigstens nach mir 🙂 Ich lerne heute auch noch grad das Büro in Thun kennen, weil wir einen Laptop holen müssen. Beim Hinaufgehen bevorzuge ich das Treppensteigen, beim Hinuntergehen wage ich mich mit den Zweibeinern zum ersten Mal in meinem Leben in einen Lift. Unten angekommen, will ich grad nochmals die Treppe hinauf. Ist wirklich nicht übel in diesem Büro, wo es im Eingangsbereich nach dem Bürohund Bully riecht. Ich bin gespannt, ihn kennenzulernen, erschnüffelt habe ich ihn schon mal. Dann geht’s ab in den Fressnapf. Ein riesiger Laden mit Menschen und überwältigenden Düften. Alle sind voll des Lobes, dass ich mich so manierlich verhalte und mir sogar alles, was offen vor meiner Nase in den Regalen liegt, nicht einfach schnappe. Obwohl ich das locker könnte. Ich höre heute dreimal von Fremden, dass ich eine sooo Schöne bin, und von der netten Verkäuferin bekomme ich grad zwei Leckerlis. Für zuhause darf ich drei Sachen auswählen, die mir Dänu und Pia spendieren, weil sie so beeindruckt von mir sind. Nun, bis auf die Sache mit der Box, da probiere ich natürlich weiterhin, mich zu drücken, lege mich einfach auf den Boden, aber nix da, ich muss dort rein. Okay, mein Widerstand bröckelt jedes Mal mehr, zuletzt nehme ich den letzten Gump allein. Kurz darauf sind wir zuhause. Zuerst die Umgebung erschnüffeln, ein paar Schritte im hohen Gras ringsherum und dann zieht mich die Neugier durch die offene Haustür in diese Villa Kunterbunt. Ich lasse mir Zeit, alles mit meiner Nase zu erkunden, dann erspähe ich mein neues Bett und lasse mich nieder. Kein Wunder, ich bin ziemlich geschafft von der weiten Reise und den vielen neuen Dingen. Später kaue ich genüsslich am Kaustick, und weil ich auf den ganz allein mir gehörenden Mittelteil des Sofas eingeladen werde, gucke ich mit Dänu Tennis, bis mir die Augen zufallen. Am Abend drehen wir noch eine entspannte Runde und dann chille ich nach dem Znacht und versuche, all die neuen Eindrücke einzuordnen und zu verarbeiten.